Sie saßen unter der verschleierten Lampe schweigend bei Tische, und Christianens Blick huschte immer wieder verstohlen zu Ludwigs festen Zügen. Ihre Gedanken wirrten hin und her, höhnten über Kraneis und zitterten zu Ludwig und hingen sich an ihn und wurden zart, weich, vergötternd. Verächtlich glitten sie zu Hardi hin, und alles Mitleid wandte sich zu – ihm.
Sie trennten sich bald.
Christiane fiel es nachher ein, daß sie Ludwig heute wohl am ehesten hätte vorbereiten können. Aber sie konnte nicht mehr.
Mochte alles – Schicksal seinen – Gang gehen.
Sie saß noch lange verstört in ihrem Zimmer, dann ging sie zu Hardi schlafen. Weit rückte sie von der Schwester ab, weit, ganz weit.
Sie hätte in dieser Nacht nicht denken mögen. Aber sie dachte viel.
* * *
Ganz unverhofft kam dann Hardis Stunde. Mitten im Juli, als alle Linden blühten. Christiane war bei ihr und schickte zu Ludwig aufs Amt.
Die Wohnung war voll Aufruhr, und dazwischen klang das trostlose Wimmern der Schwester, die keinen wilden Widerstand mehr aufbringen konnte. Sie war in der ganzen Zeit schon hundertfach im voraus gestorben. Nur in den Augen stand das ohnmächtige, haßvolle Widerstreben.
Der Mutter wurde telegraphiert.