Ludwig kam und kam nicht. War er beim Präsidenten? Hatte er irgend eine Konferenz? Sie wartete. Sie schaute aus dem Fenster. Auf jeden Wagen hörte sie. Immer noch kam er nicht.
Die Zeit verstrich. Die Lage wurde immer unheimlicher, und der Abend kam. Das fremde Rot brannte über der Ebene hinter den Wällen.
Da endlich ein Schritt auf der Treppe – Ludwig. »Ich konnte nicht eher,« murmelte er mit abgewandten Augen auf dem Flur. »Die Exzellenz – –« Seine Miene war bedeckt. Jetzt schien er sich auf einmal zu besinnen – er hörte auch. Seine Stirne wurde weiß.
»Hardi,« sagte er, wie in sich suchend, verstört.
Er blickte zu Boden.
In der Sekunde erkannte Christiane, daß er von Hardis verzweifelter Lage schon lange wußte.
Das Kind war tot, aber die junge Frau wurde gerettet.
Ludwig kam zu Christiane, die fiebernd, auf jeden Laut horchend, in ihrem Zimmer saß. Der Sommermorgen dämmerte, der weite, unendliche Sommermorgen des slawischen Landes. Lerchen sangen drüben. Fern drehten sich die Flügel der Mühlen. Weite, gelbe Felder leuchteten.
Ludwig sagte es.