Im Abenddämmer tauchte die Silhouette Dresdens wieder auf. In dem Fenster einer Kunsthandlung in der Prager Straße gewahrte Christiane plötzlich die ›eiserne Wehr‹ von Angelo Jank. Sie starrte das Bild an. Dann ging sie in den Laden und kaufte es.

So kam sie wieder in ihr Heim, wo sie es zusammengerollt in ihren Koffer legte. Draußen dröhnte schon wieder die Glocke, wieder zogen sie draußen nach dem Eßsaal. Der Abendtisch war leerer, nur die Alten und die Stellesuchenden waren da, die Ausflüglerinnen fehlten.

Christiane ging nachher wieder in ihr Zimmer. Sie holte die ›eiserne Wehr‹ aus dem Koffer und besah das dunkle Bild von neuem. Draußen trommelte der Regen, die schmale Gasse war überspült. Tapp, tapp, tapp – die Leute rannten. Es wurde finster. Das Bild verschwamm, das Zimmer verschwamm.

Der Abend allein – – dachte Christiane.

Sie warf sich plötzlich auf ihr Bett nieder und schluchzte.

Nach einer Weile wurde sie ruhiger und hob den Kopf.

Sie war wohl nicht die einzige hier im Hause, die so weinte.

* * *

Nach ein paar Tagen hatte sie eine Stelle bei einem Forstmeister dahinten in Sachsen. Christiane war es lieber, in die Familie zu kommen, statt in eine Pension, und sie erhoffte bei diesen Leuten etwas Kultur und auch ein wenig Leben für sich allein.

So fuhr sie nach Silberfähre.