Ein paar große Tropfen sprangen durch die Äste und verrollten im Staub. Es donnerte wieder, aber schon ferner, es lohte von neuem, aber schon schwächer. Es wurde still. Die Vögel rührten sich wieder, huschten durch das Unterholz, rannten über den Weg. Irgend ein Gelächter scholl durch den Wald. An den Blättern blitzten die Tropfen, darüber kam die Sonne heraus.
Als Christiane aus dem Walde trat, lag schon sanfte Abendruhe über den Feldern. Ein Bahnzug fuhr sacht dahin, die Streckenlichter blinkten. Das Sonnenrot verging.
Sie fand die Villenkolonie und Ludwigs Haus.
Ein kleiner Garten mit vielen dichten Büschen zog sich rings herum, man mußte in ihn hinein und kam von rückwärts ins Haus. Christiane wurde in ein großes Zimmer geführt und erkannte den Salon aus Posen wieder. Nichts war daran verändert.
Jetzt kam Ludwig schon.
»Hardi – –?« fragte sie.
»Sie läßt noch um einen Augenblick Geduld bitten,« erwiderte er, »bis jetzt hat sie gelegen. Jedes Gewitter quält sie furchtbar. – Bitte, hier.«
Er führte sie in sein Zimmer.
Sie sah mit jäher Aufmerksamkeit umher, entdeckte ein schönes Stück Kopenhagner, einen Liebermann an der Wand, gewahrte die Papiere und Akten auf dem Schreibtisch und dann Bücher – ja – Bücher!
Rasch trat sie vor die Eichenschränke und sah die Reihen auf und ab. Er stand hinter ihr. Plötzlich gewahrte sie das alte Bändchen Mereschkowski und spähte aus, ob ihr nicht da und dort wieder sein eigener Name entgegenspringen würde. Aber sie sah ihn nicht. Ihr Blick glitt schließlich unruhig ab.