Nebelzeiten begannen. Die Schlafkammer war lichtlos. Es regnete.
Eines Morgens war das Bett der Holsteinerin leer. Ihre Sachen hingen da. Sie war fort.
Der Aufruhr wurde im Keim erdrückt. Keiner durfte eine Frage stellen. In das Bett kam schon nach wenigen Tagen eine Belgierin, die sehr schnarchte und aussah, als ob sie sich nicht ganz sauber wüsche.
Christiane lag noch immer häufig wach. Sie hörte den Tropfenfall und sah die Verschwundene auf nackten Füßen durch den Tauschnee eilen. Wohin? Wohin? Zu wem?
Sie stand und horchte. Der Föhn heulte. Die Fenster zitterten.
Leise öffnete sie einen Flügel. Schwül schoß es ihr entgegen: drüben war der See. Sie sah ferne Straßen. Wohin? Wohin? Zu wem?
Ihr Herz zitterte.
Am Sonntagabend war es klar. Die Wehrendorf erschrak, als Christiane auf einmal an ihrer Seite stand: »Ich gehe mit dir zur Post!«
Der Wind pfiff. Aus dem geschuppten Wasser sahen entfremdete Sternbilder.
»Hier war es sicher – hier,« flüsterte die Wehrendorf, scheu auf das Ufer deutend.