»Was meinst Du damit?«
»Haben Hoheit vielleicht den hübschen Gesang vernommen?« fragte Henry mit einem bedeutsamen Blick.
»Ja, der Gesang war hübsch.«
»Und ich versichere Eure Hoheit, die Sängerin ist noch zehnmal hübscher,« fiel Henry ein. »Du hast sie gesehen?«
»Ja, Hoheit, und ich schwöre, es ist das schönste Mädchen, das meine Augen je erblickt haben!« rief der Diener in ungewöhnlicher Erregung.
»Du bist toll oder in das Mädchen verliebt!« sprach der Prinz lachend.
»Das erstere gewiß nicht; das letztere will ich nicht abläugnen. Aber ich glaube, Hoheit, ich bin zu entschuldigen, denn ich weiß, es könnte Anderen vielleicht ebenso wie mir ergehen. Das Mädchen ist zu reizend, und man weiß nicht, soll man mehr ihre Schönheit oder ihr keckes, verführerisches Wesen loben!« betheuerte der Diener.
»Sind noch andere Mädchen oder Frauen im Schloß?« fragte der Prinz.
»Die des Castellans und des Försters; doch kein anderes Mädchen, außer Mariane, des Castellans Tochter.«
»So wirst Du wol eine schlechte Nacht haben, Henry, da Dich die Liebe prickelt,« sprach der Prinz lachend, und fügte mit einem cynischen Blick auf den Diener hinzu: »oder vielleicht nicht, wie?«