»Bei Gott, Chevalier, Sie belieben sich in sehr ausschweifenden Vermuthungen zu ergehen!« fuhr Mühlfels auf.
»Pah, pah, mein Freund! Eine Liaison mit einer schönen jungen Dame gestattet dergleichen. Doch ich denke, wir kennen uns genügend, um einander Vertrauen zu schenken.« —
»Gewiß, doch vergesse ich die Ehre nicht, in Ihnen den Vertrauten des Fürsten zu sehen!« entgegnete Mühlfels lachend.
»Und ich versichere Sie, daß Sie dies nicht zu beklagen haben. Nehmen Sie an, der Fürst interessirte sich für diese Liaison —«
»Ah!« stieß der Baron voll Ueberraschung hervor und blickte den Chevalier forschend an.
Dieser hatte den Handschuh der rechten Hand abgezogen und seine feinen, weißen und mit Ringen verzierten Finger nestelten wie vorher an der Manschette, ohne daß er den Baron anschaute.
»Das überrascht Sie?« fragte er. »Ich finde es natürlich, da Sie ja kaum ahnen konnten, daß Ihre Bemühungen um die Prinzessin von dem Fürsten bemerkt werden würden.«
»In der That, in der That, so ist es, Chevalier!« fiel Mühlfels erregt ein.
»Regen Sie sich nicht auf, lieber Baron; denn ich wiederhole Ihnen, der Fürst interessirt sich für Sie.«
»Billigt er etwa meine Verehrung der Prinzessin?«