»Bevor ich Ihnen diese Frage beantworte, muß ich erst wissen, wie Sie mit dieser stehen.«
»Viel gefordert, ohne dafür genügend gegeben zu haben,« entgegnete Mühlfels lachend.
»Nun denn, ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, daß Ihr Vertrauen in keiner Weise gemißbraucht werden, noch Ihnen zum Schaden gereichen soll,« betheuerte der Chevalier ernst und voll Nachdruck.
»Ah so! die Sache ist ernst. Nun denn, so vernehmen Sie, daß mein Verhältniß kein anderes ist, als Sie es vorher bezeichneten —«
»Sie haben jedoch Hoffnung, Ihre Bewerbungen angenommen zu sehen?« —
»Sie wissen, Chevalier, wenn man liebt, hofft man auch.«
»Sie weichen mir aus. Das paßt in unserm Fall nicht. Sie haben in der Liebe Erfahrungen gesammelt, sind bei den Frauen beliebt, besitzen also in dergleichen Dingen ein Urtheil; also nochmals, was erwarten Sie von der Prinzessin?« —
»Sidonie ist keine gewöhnliche Dame; sie ist tugendhaft und« — bemerkte der Baron mit einem Anstrich von Bedenklichkeit, die jedoch irgend welchen Eindruck auf den Chevalier nicht hervorzurufen schien, indem dieser ziemlich gleichmüthig einfiel:
»Sie fürchten, nicht ohne besondere Mühe ihre Gunst zu erlangen?«
»Ich muß es vermuthen.« —