»Haben Sie ihr Ihre Zuneigung zu erkennen gegeben?«
»So weit es mir ihre Zurückhaltung gestattete.«
»Jedenfalls ist also die Prinzessin damit bekannt und mißbilligt dieselbe nicht?«
»Ich glaube, dies bejahen zu dürfen —«
»Warum führten Sie bisher nicht eine Entscheidung herbei? Die Gelegenheit dazu, meine ich, hat Ihnen nicht gemangelt.«
»Allerdings, doch hielt mich ein besonderer Umstand davon zurück. Die Prinzessin, scheint es, nimmt trotz des ehelichen Zerwürfnisses noch zu viel Rücksicht auf ihren Gemahl.« —
»So, so« — warf der Chevalier hin und bemerkte alsdann nach kurzer Pause: »Sie glauben das; wie aber wenn Sie sich täuschen und es nur eines geschickten Versuchs von Ihrer Seite bedürfte, um das Gegentheil davon zu erfahren? — Möchten Sie einen solchen wagen, wenn ich Sie versichere, daß dieser so wie alles Weitere von dem Fürsten nicht nur gebilligt, sondern sogar gern gesehen würde?« —
»Sie setzen mich in Erstaunen!« rief Mühlfels und schaute Boisière fragend an.
»Ich glaube es; aber ich glaube dieses Erstaunen noch wesentlich zu steigern, indem ich Ihrer Erwägung anheimgebe, in wie weit Sie diesen Vortheil benutzen wollen, um auch etwaige Bedenken der Prinzessin zu beseitigen.« —
»Sie haben da ein bedeutsames Wort ausgesprochen, Chevalier; das ist mehr, als ich zu hoffen wagte. Dieser Vortheil wiegt schwer, und ich zweifle an seiner guten Wirkung nicht.«