»Das denke ich auch; die Frauen haben es gern, ihren Schwächen ein moralisches Mäntelchen umhängen zu können.«
»Aber der Prinz?!« fragte Mühlfels und schaute den Chevalier bedenklich an.
»Den übernimmt der Fürst; Sie haben nichts von dem zu besorgen« — bemerkte Boisière einfach und ruhig.
»Wie? So wäre diese Angelegenheit also schon in dem Cabinet erwogen?«
Der Chevalier nickte vertraulich, während er den Handschuh anzog und alsdann glättete.
»Impossible!« rief der Baron überrascht und fragte dann: »Wie aber erfuhr der Fürst meine Zuneigung?«
»Durch mich, lieber Baron,« entgegnete der Chevalier vertraulich und unbefangen. »Ich hoffe Ihnen damit einen guten Dienst geleistet zu haben; denn unter so hohem Schutz genießt sich die Liebe einer fürstlichen Dame viel angenehmer,« fügte er mit einem cynischen Lächeln hinzu.
»In der That, lieber Chevalier, ich bin Ihnen von Herzen für Ihre Freundschaft dankbar; denn das Vernommene kommt meinen Wünschen überraschend entgegen.«
»Von Ihnen wird es also abhängen, den Fürsten zufrieden zu stellen. Alle Möglichkeiten sind erwogen, um, wenn es erforderlich wird, der Welt eine passende Comödie vorzuspielen, wozu sich der Prinz leicht verstehen dürfte, da, wie ich vernommen, er den Reizen einer schönen Dame in ungewöhnlicher Weise huldigen soll, über welche er seine alten Freunde und ihr wildes Treiben vergessen hat.« —
Er blickte Mühlfels fragend an; dieser legte jedoch mit einem verneinenden Achselzucken die Hand auf den Mund und Boisière fuhr fort: