»Er ist es,« fiel der Fürst ruhig ein und fügte dann mit Nachdruck hinzu: »Ich denke, Prinz, Sie sind sich das selbst schuldig, wenn Sie nicht der Lächerlichkeit verfallen sollen.«
»Wer wagte das zu behaupten?!« fuhr der Prinz auf.
»Ich, Ihr Fürst!« fiel dieser in gebietendem Ton ein.
»Sie können mir den Umgang mit dem Mädchen nicht verwehren!« rief der Prinz in hellem Zorn und mühsam Athem holend.
»Nicht?« fragte der Fürst ironisch und fuhr mit strenger Kälte fort: »Hören Sie, Prinz Albert, was Ihnen Ihr Fürst sagt: ist das Mädchen nicht innerhalb vierundzwanzig Stunden aus dem Bereich der Stadt, so werde ich es durch Polizeibeamte hinausbringen lassen, und damit Sie nicht etwa aus zu großer Liebe für die Dirne verleitet werden, sie etwa als ihr =Cavalier servante= zu begleiten, werden Sie bis auf Weiteres Ihr Palais nicht verlassen. Und dabei bleibt’s!«
Mit diesen Worten begab sich der Fürst in das Nebengemach und ließ den Neffen in der furchtbarsten Erregung zurück. Sein Auge flammte, und ehe der Fürst noch die Thür schloß, zertrümmerte er den Stuhl, auf den er sich so lange gestützt hatte, mit einem raschen, mächtigen Stoß. Alsdann taumelte er aus dem Gemach und warf sich in den auf ihn harrenden Wagen.
Es war tief in der Nacht; dennoch schimmerte in einem der Zimmer der Villa Marianens Licht und verrieth, daß die Bewohner derselben noch nicht die Ruhe gesucht hatten.
Dies war in der That der Fall; denn wenn auch die sämmtliche Dienerschaft daselbst sich der Nachtruhe erfreute, saßen doch Mariane und Madame Voisin beisammen und unterhielten sich in leisem Ton mit einander.
Neben ihnen standen gepackte, offene Reisekoffer.
»Ich sage Ihnen, Fräulein, daß das Alles Ihr Besuch des Schauspiels veranlaßt hat,« wiederholte Madame Voisin zum mehr denn zehnten Mal.