Sie traten durch die offene Pforte in den die letztere umgebenden Garten ein und einer von ihnen begab sich an das erleuchtete Fenster und klopfte leise an. Die Frauen fuhren erschreckt auf, und Madame Voisin beeilte sich, die nach der Veranda führende Thür zu öffnen, durch welche die Gäste dann leise und vorsichtig eintraten.
Es war der Prinz und Mühlfels.
»Schläft Alles?« fragte der Erstere leise.
Die Voisin bejahte, worauf sich der Prinz zu Marianen begab.
Diese empfing ihn mit einem leisen Freudenruf, und er schloß sie innig in die Arme und küßte sie heftig.
»Und ich soll reisen, mein Prinz?« fragte sie.
»Ja, und es ist Deine Schuld, wenn ich Dich für einige Zeit entbehren muß. Ich sagte es Dir voraus. Warum warst Du mir auch ungehorsam!«
»O, sei nicht böse, mein Prinz; sei nicht böse und vergieb Deinem thörichten Waldvogel!« flehte Mariane und schmiegte sich an ihn, während Thränen ihren Augen entquollen.
Doch es bedurfte ihrer Bitte um Verzeihung nicht mehr; des Prinzen Unmuth war längst verraucht; er liebte sie viel zu heftig, um ihr nicht noch Uebleres nachzusehen. Seine Liebe zu ihr machte sich überdies auch in dem Augenblick, in welchem er sich von ihr für längere Zeit trennen sollte, nur noch in erhöhterem Maß geltend und erfüllte ihn mit dem Verlangen, die letzten Stunden des Zusammenseins so viel als möglich auszukosten.
»Ich habe Dir längst vergeben, mein süßer Vogel, und nun sei wieder munter und weine nicht mehr,« beruhigte sie der Prinz.