»Ich werde also nach Hause reisen?« fragte sie, wieder beruhigt.
»Nein, mein Liebchen; nicht nach Hause, sondern nach der prächtigsten Stadt der Städte, nach Paris!« —
»Nach Paris, der Wunderstadt?!« rief Mariane und schlug in freudiger Ueberraschung die Hände in einander.
»Ja, dahin soll die Geliebte des Prinzen gehen und soll sich dort in allen Dingen unterrichten lassen, die einer vornehmen Dame ziemen. Denn wisse, Mariane, sobald ich zur Regierung komme, sollst Du Gräfin werden, wie Du es willst, und dann wird man Dich gern in den vornehmen Cirkeln dulden.« —
»O, das ist ein gescheidter Gedanke von meinem Prinzen!« rief Mariane erfreut aus und umarmte und küßte ihn. »Nach Paris! Was werde ich da Alles zu sehen bekommen! O,« fuhr sie eifrig fort, »ich will fleißig sein und mich bemühen, Vielerlei zu lernen, und Du sollst vor meiner Klugheit erstaunen, wenn ich zurück komme!«
»Das weiß ich und das werde ich,« fiel der Prinz lachend ein. »Und übe das Singen fleißig; Du weißt, es macht mir Freude.«
»Alles, Alles werde ich thun, wie Du es befiehlst, mein süßer, guter Prinz!« rief Mariane und fragte dann, diesen betrübt anblickend: »Wirst Du aber auch nicht Deine Waldtaube vergessen und bisweilen an sie denken?«
»Sei dessen sicher, mein Schatz; Du weißt, wie lieb ich Dich habe.« —
»Ja, ja, ich weiß es!« rief sie und schmiegte sich an ihn. Nach einer kurzen Pause fragte sie: »Und meine Vögel und Affen, kann ich sie mitnehmen?«
»Das geht nicht; übrigens kannst Du Dir dort so viel Du willst und noch schönere kaufen.« —