»Dann ist es gut; doch mußt Du mir die Thierchen pflegen lassen, damit ich sie bei meiner Rückkehr wieder finde.« —

»Es soll geschehen; und auch Deine Villa soll behütet werden und ich will sie noch verschönern lassen.« —

Mariane war darüber sehr glücklich und dankte dem Prinzen mit zärtlichen Worten und Liebkosungen, indem sie zugleich noch allerlei Sorgen und Wünsche aussprach, die der Prinz zu beschwichtigen sich bemühte.

In solchem Geplauder und Getändel ging ihnen die Zeit dahin, während dessen Mühlfels mit Madame Voisin die ernsteren und geschäftlichen Angelegenheiten der Reise und des Aufenthaltes in Paris erörterte. Die Dame war eine Pariserin und also mit den Verhältnissen daselbst genügend vertraut; sie eignete sich daher zur Gesellschafterin des unerfahrenen Mädchens ganz vortrefflich. Dieser Umstand hatte den Prinzen auf den Gedanken geleitet, Mariane dorthin zu schicken.

Die Strenge seines Oheims hatte, wie wir erfahren haben, seinen Zorn und Unmuth in dem höchsten Grade erregt, so daß er sich sogar zu dem so groben Verstoß gegen die dem Fürsten schuldige Rücksicht verleiten ließ.

In seinem Palais angelangt, brach sein Zorn in ganzer Stärke aus, und seine Umgebung hatte darunter wie gewöhnlich nicht wenig zu leiden.

Erst gegen Abend und als ihn Mühlfels besuchte, beruhigte er sich wieder so weit, daß er einen Entschluß fassen konnte.

In diesen mischte sich jedoch zugleich das lebhafte Verlangen, da er seines Oheims Befehl nachkommen mußte, der Entfernung Marianens den übeln Schein der Ausweisung zu nehmen und zugleich zu zeigen, wie weit entfernt er war, sie aufzugeben.

Und so brach er dem Befehl des Fürsten und der Forderung Sidoniens die Spitze ab, indem er das Mädchen in der Absicht nach Paris sandte, sie dort ausbilden zu lassen. Daß dies dem Fürsten und Sidonien bald bekannt wurde, dafür wollte er sorgen. In solcher Weise war er bemüht, sich Genugthuung für die seiner Ansicht nach erfahrene Unbill zu verschaffen.

Er stattete Mariane zugleich so reich mit Mitteln aus, daß sie ein glänzendes Haus in Paris machen konnte, und that dies nicht allein aus Zuneigung zu ihr, sondern auch aus der früher bezeichneten Absicht. Das Weitere haben wir bereits erfahren.