»Es betrifft die Prinzessin.« —

»Die Prinzessin? Wie soll ich Sie verstehen?«

Der Chevalier hüstelte ein wenig, ergriff alsdann ihre Hand, neigte sich zu ihr und entgegnete in leisem Ton:

»Der Baron verehrt die Prinzessin; Serenissimus hat davon Kenntniß erhalten und sich in Folge dessen veranlaßt gesehen, Ihrem Sohn durch mich einen gnädigen Wink darüber geben zu lassen. Sie werden mich verstehen.«

»Sie setzen mich durch eine so überraschende Mittheilung in das glücklichste Erstaunen!« rief die Baronin und blickte den Chevalier gespannt an.

Dieser kam ihren Wünschen, mehr zu vernehmen, sogleich entgegen, theilte ihr das uns bereits Bekannte ziemlich ausführlich mit und steigerte dadurch die Freude und das Erstaunen der Baronin in hohem Grade.

»Ich finde keine Worte, meine Empfindungen über das Vernommene auszudrücken! Also der Fürst wünscht —«

»Sie kennen die Verhältnisse zu genau, meine Freundin, um die Intentionen unseres Fürsten nicht natürlich zu finden.« —

»Gewiß, gewiß, mein lieber Chevalier. Die Staatspolitik hat andere Grundsätze, nach denen sie verfährt und verfahren muß, als sie in den untergeordneten Lebensverhältnissen obwalten, und man darf bei ihr nicht den gewöhnlichen Maßstab der Beurtheilung ihrer Arrangements anwenden,« bemerkte die Baronin altklug und wichtig.

»Um so mehr beglückt es mich, Ihren Sohn durch das Vertrauen Serenissimi beehrt zu sehen. Ich darf Sie nicht an die Vortheile erinnern, welche sich damit nicht nur allein für ihn verbinden,« — bemerkte Boisière vertraulich und bedeutungsvoll.