»Eine glückliche Intention des Fürsten!« rief die Baronin erfreut.

»Zu welcher ich ein wenig in Ihrem Interesse und dem Ihres Sohnes beigetragen habe,« — bemerkte Boisière leichthin und selbstgefällig.

»Eine Güte, die Ihres edeln Herzens würdig ist und uns zu dem tiefsten Dank verpflichtet,« entgegnete die Baronin und reichte ihm die Hand.

»Sie wissen, süße Frau, daß es dessen nicht bedarf und ich den schönsten Lohn in dem Glück meiner Freunde finde,« sprach der Chevalier ablehnend und die Lippen auf die dargebotene Hand drückend, und fuhr alsdann vertraulich fort: »Uebrigens, meine Freundin, liegen die Verhältnisse auch so, daß der Fürst zu irgend einem wirksamen Schritt genöthigt ist. Bedenken Sie die Erbfolge! — An eine Aussöhnung zwischen dem Ehepaar ist jetzt um so weniger zu denken, da, wie Ihnen wahrscheinlich nicht unbekannt sein wird, der Prinz in den Fesseln einer bezaubernden Armida schmachten soll, aus denen keine Rückkehr zu der einfachen Prinzessin zu erwarten ist.« —

Der Chevalier schwieg und blickte die Baronin an; sie schlug ein wenig verlegen die Augen nieder, faßte sich jedoch rasch und entgegnete:

»Sie glauben das?« —

»Ich spreche nur das Gehörte nach; doch hoffe ich Bestimmteres aus dem Munde meiner theuren Freundin zu vernehmen.« —

Die Baronin hüstelte; die von dem Chevalier ausgesprochene Erwartung war ihr nichts weniger als angenehm, da dieselbe sie zu Mittheilungen herausforderte. Aus den angeführten Gründen durfte sie jedoch nichts verrathen und befand sich daher in nicht geringer Verlegenheit wegen einer passenden Antwort. Doch war sie viel zu schlau in dergleichen Angelegenheiten, um nicht das Geeignete zu finden, und so entgegnete sie scheinbar unbefangen und leichthin:

»Mein verehrter Freund muthet mir mehr zu, als ich zu leisten vermag.« —

»In der That, meine gnädigste Baronin?« fragte Boisière überrascht.