Im Vorzimmer der Villa empfing den Prinzen ein Diener, der ihm den Mantel abnahm, worauf er sich in das nächstgelegene Gemach begab, woselbst ihn Madame Voisin mit den üblichen Knixen begrüßte.

»Nun, wo ist Mariane? Warum kommt sie mir nicht wie sonst entgegen?« fragte der Prinz rasch.

»Hoheit verzeihen; das Fräulein erwartet Sie in dem Boudoir« — beeilte sich Madame Voisin mit einem bedeutungsvollen Lächeln zu entgegnen.

»Ah, ich merke, sie hat wieder einen Scherz im Sinn. Nun, wollen sehen!«

Mit diesen Worten eilte der Prinz davon und blieb, als er den Eingang des Boudoirs erreichte, mit einem Ausruf der angenehmsten Ueberraschung stehen.

Mit Wohlgefallen ruhte sein Auge auf Marianen, die mit dem Ausdruck komischer Wichtigkeit sich ceremoniell vor ihm verneigte und, dabei zugleich mit dem Fächer kokett spielend, einer Oberhofmeisterin an höfischer Würde nichts nachgab.

»Bei Gott, Du bist schön und stolz wie eine Königin!« rief der Prinz entzückt und eilte auf sie zu, um sie in die Arme zu schließen. Mariane trat, ihrer vorbedachten Rolle getreu, einen Schritt zurück und entgegnete voll Würde:

»Gemach, Hoheit! In solcher Weise nähert man sich hohen Personen nicht!«

Dabei kokettirte sie, das Antlitz hinter dem Fächer geborgen, mit dem Prinzen gleich einer Schauspielerin, und wußte das Alles mit solchem Reiz in Mienen und Benehmen zu thun, daß sich des Prinzen Beifall nur noch steigerte.

»Köstlich, köstlich!« sprach er, ihr Küsse zuwerfend.