Nach einiger Zeit erschien die Dienerin wieder und machte ihr allerlei heimliche Mittheilungen; neue Berathungen fanden dann statt; die Dienerin ging und kam, bis die Hofdame endlich ihren Auftrag erfüllt sah. Diese besprach sich darauf wieder mit der Baronin, und ihre Nachrichten mußten wol erwünschter Art sein, denn diese schied von ihrer Freundin in der befriedigtsten Stimmung, um sich zu der Prinzessin zu begeben.

Die Gesellschaft bei der Letzteren war heute zahlreicher als gewöhnlich. Der Wunsch, Vielen den Genuß eines berühmten Künstlers zu verschaffen, der an dem heutigen Abend spielen sollte, hatte Sidonie veranlaßt, außer den gewöhnlichen Gästen noch mehre andere Personen einladen zu lassen.

Mühlfels erschien eine kurze Zeit nach seiner Mutter, die ihn bereits mit Ungeduld erwartete, und kaum hatte er sich ihr genähert, so benutzte sie einen geeigneten Augenblick zu der heimlichen Frage:

»Hast Du etwa erfahren, wer der Reiter gewesen ist?«

Mühlfels verneinte.

»So will ich Dir seinen Namen sagen.« —

»Wie, Sie haben denselben erfahren?« fragte Mühlfels mit Ueberraschung.

Die Baronin bejahte mit einem selbstgefälligen Lächeln.

»Wer ist es?!« fiel Mühlfels erregt ein.

In diesem Augenblick traten zwei Herren in den Salon, die Baronin wandte sich nach ihnen, und kaum hatte sie dieselben erblickt, so entgegnete sie, mit den Blicken auf einen derselben deutend: