»Sie bringen mir einen Auftrag des Fürsten?« fragte Sidonie.

»Serenissimus wünschen zu erfahren, wie Euer Hoheit Befinden ist, da er zu seinem innigen Bedauern gestern vernommen, daß Hoheit durch Unwohlsein gezwungen worden sind, das Schauspiel vor dessen Beendigung zu verlassen,« entgegnete Mühlfels in theilnehmendem Ton.

»Ich bitte, dem Fürsten meinen ergebensten Dank für seine Freundlichkeit abzustatten und ihm zu berichten, daß ich mich wieder wohler fühle.«

»Ich bin glücklich, ihm eine so beruhigende Botschaft überbringen zu können, und Hoheit mögen mir die Versicherung gestatten, daß ich mich doppelt beglückt fühle, mich persönlich davon überzeugen und so meinen lebhaften Wunsch befriedigen zu können.«

»Ich danke Ihnen, lieber Baron,« sprach Sidonie wohlwollend und unbefangen, und fragte alsdann nach kurzem Zögern: »Haben Sie mir sonst noch irgend welche Mittheilung zu machen?«

»Im Auftrage des Fürsten nicht; doch stehe ich sonst zu Eurer Hoheit Befehl.«

»Der Fürst oder der Prinz hätten sich zu weiteren Aufträgen wirklich nicht bewogen gefunden?« fragte Sidonie mit Befremden.

»Ich muß das bejahen.«

»Wie, ist ihnen denn das Geschehene nicht bekannt geworden?« fuhr Sidonie mit Ueberraschung fort.

»So viel ich weiß, nein.«