»Das ist nicht denkbar! Der Fürst war ja ein Zeuge desselben, und Sie, Baron, sind mit dem Prinzen zu vertraut, um nicht zu wissen, daß ohne seine Billigung so etwas nicht geschehen konnte.«

»Ich habe Hoheit seit mehren Tagen nicht gesehen« — bemerkte Mühlfels ausweichend.

»Und auch Sie wußten von jenem Besuch nichts?« fragte Sidonie und blickte ihn forschend an.

Mühlfels zeigte die aufrichtigste Miene, mit welcher er entgegnete:

»Ich versichere Eurer Hoheit, nicht das Geringste.«

»Unglaublich!« rief Sidonie und fragte alsdann: »Sie haben mir also nichts mehr von dem Fürsten zu sagen?«

»Durchaus nichts, und ich erlaube mir Eure Hoheit nochmals zu versichern, daß der Fürst bis jetzt den bewußten Vorfall nicht erfahren hat.«

»Freilich, das erklärt sein Verhalten,« bemerkte die Prinzessin und fragte: »Warum verschweigt man ihm denselben?«

Mühlfels zuckte die Achseln und schaute sie bedeutungsvoll an.

Sidonie verstand ihn und entgegnete: