»Da bist Du ja!« und deutete auf einen kühlenden Trank, der in seiner Nähe stand. Der Prinz beeilte sich, ihm denselben zu reichen, und der Fürst trank mit kurzen Zügen, da ihm die Kurzathmigkeit, an welcher er litt, es nicht anders gestattete. Alsdann überwand er einen kurzen Husten, sammelte Kräfte und begann darauf mit schwacher Stimme:

»Die Aerzte haben mir nur noch wenige Stunden Leben zugesprochen, und so will ich Dir noch einen Wunsch mittheilen, den Du sogleich nach meinem erfolgten Tode erfüllen sollst. Er betrifft Sidonie und den Grafen Römer; gieb sie sofort frei.«

»Wie, mein Fürst?!« fragte der Prinz, durch das Vernommene, das er nicht erwartet hatte, in hohem Grade überrascht.

»Du möchtest Dich dazu vielleicht nicht bequemen wollen?«

»Wenn Sie befehlen, soll es geschehen,« entgegnete der Prinz kalt.

Der Fürst sann einige Augenblicke nach und bemerkte alsdann:

»Es ist besser, ich bringe diese Angelegenheit selbst in Ordnung. Geh' dort an den Tisch und fertige die Befehle aus.«

Schweigend that der Prinz das Gebotene.

»Gieb die Blätter her und auch die Feder, ich will unterzeichnen; es wird mein letzter Namenszug sein,« sprach der Fürst darauf.

Der Prinz legte die Mappe mit dem Schreiben vor ihm auf die Knie; der Fürst ließ sich alsdann die Stelle bezeichnen, woselbst er seinen Namen hinzusetzen hatte; — denn sein Auge war bereits ganz schwach; — und als dies geschehen war, unterzeichnete er mit zitternder Hand. »Mein Tod soll ihnen eine Freude bereiten, die ich ihnen — — schuldig bin,« bemerkte er, die Schriftstücke dem Prinzen hinreichend.