»Ich verstehe Sie nicht, mein Fürst,« sprach der Prinz überrascht und indem er ihn fragend anschaute.

»Gut für Dich, wenn Du mich nicht verstehst,« fiel der Fürst matt ein und fügte dann hinzu: »Doch lassen wir das! Ich habe die Prinzessin soeben im Traum gesehen; sie erschien mir nicht traurig, sondern ernst und ruhig und fragte mich etwas.« — —

Er brach kurz ab und blickte sinnend vor sich hin.

»Und welche Frage richtete sie an meinen Oheim?« fragte der Prinz nach kurzer Pause.

»Eine Frage, die mein letzter Namenszug beantwortet hat,« entgegnete der Fürst mit sichtlicher Erregung.

Der Prinz trat erstaunt einen Schritt von ihm zurück.

»Ist die Begnadigung etwa ein Zeichen, daß Sie sie nicht für so schuldig erachten, um eine verlängerte Verbannung zu rechtfertigen?« fragte der Prinz.

Der Fürst verrieth eine ungewöhnliche Bewegung und schien hinsichts der zu gebenden Antwort unentschlossen; nach kurzer Ueberlegung entgegnete er alsdann mit Betonung und einem flüchtigen Aufblick zu dem Prinzen:

»Die Prinzessin war niemals schuldig.«

»Wie, mein Fürst?!« fiel der Prinz überrascht und betroffen ein und fügte hinzu: »Die vorhandenen Beweise zeugen doch gegen sie!«