»Sie gehen zu weit, zu weit!« rief der Fürst erregt und fügte hinzu: »Sie legen dem Prinzen Gesinnungen bei, die ihn erniedrigen.«
»Ich sprach nur meine Ueberzeugung aus und fürchte, die Zukunft wird meine Vermuthungen bestätigen.«
»Nein, nein! Ihre Abneigung gegen den Prinzen läßt Sie in seiner Beurtheilung ungerecht werden! So böse ist er nicht.«
Sidonie schaute den Fürsten einen Augenblick forschend und schweigend an, alsdann bemerkte sie mit Nachdruck:
»Seien Sie aufrichtig, mein Fürst, und sagen Sie mir, glauben Sie, daß ich dem Prinzen mehr gelte, als seine Günstlinge?«
»Wie können Sie eine solche Frage thun, die sich von selbst beantwortet?!« fragte der Fürst.
»Sie haben ganz Recht, mein Fürst; diese Frage beantwortet sich leicht; doch damit Sie erkennen, in welcher Art ich mir dieselbe beantworte, so sage ich Ihnen, daß der Prinz mich seinen Günstlingen gern geopfert hätte, würde Ihr Befehl ihn nicht daran gehindert haben.«
»Was berechtigt Sie zu dieser Annahme?« fragte der Fürst rasch und in scharfem Ton.
»Der Umstand, daß der Prinz sich nur scheinbar von dem Mädchen getrennt hat, sie in Paris ausbilden läßt, um sie wahrscheinlich früher oder später wieder in seine Nähe zu rufen. Sie sehen, mein Fürst, daß ich von Allem unterrichtet bin und welchen Werth ich auf die mir gewährte Genugthuung in dieser Hinsicht lege. Achtete mich der Prinz und wünschte er wirklich eine Aussöhnung, so müßte er vor Allem bedacht sein, den mir angethanen Schimpf für immer zu vertilgen.«
»Sie greifen der Zukunft durch eine solche Voraussetzung vor!« wandte der Fürst ein.