Mit diesen in kühlem Ton gesprochenen Worten und einem leichten Neigen des Hauptes entfernte sich der Fürst.
Sidonie athmete hoch auf, indem die sie bisher beherrschende Spannung einem freieren Gefühl wich. Ihr Auge strahlte, und des Geliebten gedenkend, preßte sie die Hände auf die Brust und rief in freudiger Bewegung:
»Es ist geschehen; der erste Schritt zu unserm Glück gethan!«
»So hat mich meine Ahnung nicht getäuscht,« fiel eine ihr bekannte Stimme ein und zwei Arme umschlangen sie. Es war Aurelie, die leise eingetreten war und die Freundin überraschte.
»Sie täuschte Dich nicht und Du erkennst meine Freude, sobald schon durch den Fürsten selbst zu einer bestimmten Erklärung veranlaßt worden zu sein. Wie sehr bangte mir vor diesem Augenblick; Gott sei Dank, daß er vorüber ist und ich die heilige Pflicht gegen den Freund erfüllt habe!« entgegnete Sidonie.
»Der Fürst hat also Deine Erklärung nicht mit Unwillen aufgenommen? Ich fürchtete das.«
»Im Gegentheil, sie hat ihn verletzt, wie ich trotz seiner Zurückhaltung bemerkte. Auch scheinen ihm manche andere Worte von mir nicht gefallen zu haben, da sie ihn auf seinen Irrthum aufmerksam machten,« bemerkte Sidonie gedankenvoll.
»Er schied doch nicht etwa im Zorn?« fragte Aurelie besorgt.
»Wenn ich auch dies nicht fürchte, so bin ich doch gewiß, daß die offene Weise, mit welcher ich ihn auf seinen Irrthum aufmerksam machte, seinen Unmuth erregte.«
»Das wäre übel; denn es däucht mir von hoher Wichtigkeit, Dir des Fürsten Freundschaft zu erhalten. Du weißt, er ist von dem größten Einfluß in Deiner Angelegenheit.«