Der Prinz erklärte sich damit gern einverstanden und sprach die Versicherung aus, sich in alle von dem Oheim getroffenen Maßnahmen unbedingt fügen zu wollen.
»Es freut mich, Dich mit meinen Ansichten einverstanden zu wissen,« fuhr der Fürst in herzlichem Ton fort, »und ich rechne mit Bestimmtheit darauf, daß Du auch durch Dein künftiges Verhalten dem Interesse des Landes entgegen kommen wirst und die in Bezug auf Sidonie gemachte Erfahrung Dich dabei leiten wird.«
»Seien Sie davon überzeugt,« entgegnete der Prinz in unterwürfigem Ton.
»So will ich hoffen, daß Du auch hinsichts jenes Mädchens, das Du in Paris unterhältst, für die Folge solche Arrangements treffen wirst, welche geeignet sind, jede Störung bei Deiner Wiedervermählung fern zu halten.«
»Es wird geschehen. Mariane hängt ganz von meinem Willen ab und wird so lange in Paris bleiben, als ich es für nöthig erachte. Auch könnte ich das Mädchen in der geeigneten Zeit verabschieden.«
»Das Letztere wäre unter allen Umständen das Beste und Du magst daran denken.«
Es trat nun eine kleine Pause ein, in welcher der Prinz nachdenkend vor sich hinblickte. Der Fürst bemerkte dies und erkundigte sich nach der Veranlassung dazu worauf der Prinz ihn ersuchte, ihm eine Mittheilung von Wichtigkeit machen zu dürfen. Der Fürst, dadurch ein wenig überrascht, verstand sich gerne dazu, worauf dieselbe erfolgte und eine sehr eingehende und vertrauliche Unterredung zwischen ihnen hervorrief.
Das Vernommene schien den Fürsten in hohem Grade zu interessiren; denn länger als zwei Stunden blieb er mit dem Neffen beisammen, worauf sie in einem so guten Einvernehmen von einander schieden, wie dies bisher zwischen ihnen noch nicht der Fall gewesen war; der Fürst, wie es schien, von dem lebhaftesten Interesse erfüllt; der Prinz mit einem Lächeln vollster Genugthuung.
Kaum war der Letztere in seinem Palais angelangt, so begab er sich sofort an seinen Schreibtisch und fertigte ein Schreiben an Mühlfels, das er alsdann durch einen geheimen Boten an diesen befördern ließ.
Seit diesem Augenblick zeigte der Prinz seiner Umgebung die leutseligste Freundlichkeit, arbeitete fleißig und kam seinem Oheim mit steter Ergebenheit entgegen. Und die Welt erstaunte nicht wenig über diese ungewöhnlichen Erscheinungen.