In der höchsten Bestürzung und Entrüstung vernahm der Graf diese Bestimmungen und erklärte sofort, sich einer so nichtswürdigen Behandlung in keiner Weise unterwerfen zu wollen.
»So bedaure ich, die angewandten Maßregeln fortan beibehalten zu müssen,« entgegnete der Unbekannte und fügte, sich zu ihm neigend, mit leiserer Stimme hinzu: »Thun Sie, wie ich Ihnen rieth; Sie haben keine Aussicht, Ihrer Lage zu entkommen.«
»Wer durfte sich diesen Ueberfall erlauben?!« fragte der Graf.
»Ich darf Ihnen hierauf nicht antworten und vollziehe nur die erhaltenen Befehle,« entgegnete die Stimme. Diese Antwort ließ Römer erkennen, daß hier nicht von einem räuberischen Ueberfall die Rede sein könnte, sondern es lediglich auf seine geheime Haftnahme abgesehen war, darum auch ein jeder Widerstand nutzlos sein mußte, und er bemerkte:
»Ich glaube Sie zu verstehen, mein Herr, und folge Ihrem Vorschlage; doch würden Sie mich sehr verbinden, wollten Sie mir sagen, ob meine Verhaftung auf höheren Befehl geschieht und welches Vergehens ich beschuldigt bin.«
»Ich bin Officier, Herr Graf; dieser Umstand wird mich bei Ihnen entschuldigen, wenn ich Ihren Wunsch nicht erfülle.«
»Gut denn, mein Herr; thun Sie Ihre Pflicht; Sie haben von mir keinen Widerstand mehr zu besorgen,« sprach Römer, nachdem er erfahren, in welchen Händen er sich befand, und nun ein jeder Zweifel, von wem seine Verhaftung ausgegangen sein müßte, schwand.
Der Officier nahte sich ihm und bemerkte: »Ich freue mich, daß Ihre Bereitwilligkeit mir fernere Gewaltmaßregeln erspart, die mir in diesem Fall doppelt unangenehm wären. Denn ich verehre auch in dem Gefangenen den Cavalier. Erlauben Sie denn, daß ich Ihnen die Binde anlege. Ich führe Sie alsdann zu einem Wagen, der auf uns wartet, und werde die Ehre haben, Sie zu begleiten.«
»So werden Sie mich nach einem andern Ort bringen?« fragte der Graf überrascht.
»Ja, Herr Graf.«