»Sie irren, mein Fürst, so denke ich nicht!« fiel Sidonie in bestimmtem Ton ein.

»Was nützten alle Ihre Worte, da Sie sich von der Schuld nicht befreien können?«

»So halten Sie sich für berechtigt, aus diesen Umständen ein Vergehen zu folgern?«

»Gewiß mit allem Recht. Außer diesen Beweisen sind Zeugen vorhanden, die dasselbe bestätigen.«

»Sind sie vorhanden, so sind sie erkauft, so ist Alles ein planmäßig angelegtes Bubenstück, das darauf hinzielt, mich an meiner Ehre zu kränken. Ich glaube die Personen zu kennen, welche dasselbe eingeleitet haben; denn ich weiß, daß die Rachsucht vor keinem Mittel zurückbebt, sich Befriedigung zu verschaffen. Hüten Sie sich, mein Fürst, daß Sie nicht, indem Sie sich von derselben in ihren Maßnahmen bestimmen lassen, zu spät Ihren Irrthum erkennen.«

»Sorgen Sie nicht; das ist meine Sache! Uebrigens genügen mir diese Beweise schon.«

»Dann habe ich freilich nichts mehr zu sagen und will Ihre Beschlüsse ruhig abwarten. Doch ehe ich von Ihnen scheide, bitte ich, mir noch eine Frage zu beantworten.«

»Und welche?«

»Haben Sie den Grafen verhaften lassen?«

»Ich fühle mich nicht bewogen, Ihnen darauf zu antworten.«