Fernere Fragen ersparte sich der Graf, da er voraussetzen konnte, daß man ihm dieselben nicht nach Wunsch beantworten durfte oder auch vielleicht nicht einmal beantworten konnte.

Nachdem der Commandant die Zeit der Abreise bezeichnet hatte, trennte er sich und ließ Römer mit seinen trüben Gedanken allein.

So war diesem denn jede Hoffnung genommen worden, irgend welche Nachricht von seinen Lieben zu erhalten, und eben so wenig durfte er nach den über ihn verfügten Bestimmungen hoffen, daß sich der Fürst zur Aufhebung seiner Haft geneigt fühlte. Im Gegentheil mußte er befürchten, dieselbe in jeder Hinsicht verschärft zu sehen. Ueberdies war es eine Frage, ob seine Freunde von seinem neuen Aufenthaltsort Kenntniß erhalten würden; er glaubte das bezweifeln zu müssen, da er dessen strenges Geheimhalten mit Sicherheit erwarten durfte. Zugleich erkannte er, daß dies Alles lediglich eine Folge der in seinem Interesse dem Fürsten von Seiten seiner Freunde gemachten Vorstellungen wäre. Wie der Letztere dieselben aufgenommen hatte, sagte ihm seine Versetzung nach einer, wie er überzeugt war, sehr entlegenen Festung zur Genüge.

Durch die bereits erfahrene Behandlung und diese neue Maßnahme in hohem Grade entrüstet, war er sofort entschlossen, sich an den Fürsten mit einer Vorstellung darüber zu wenden. Ohne Zögern führte er dies aus, indem er sich über das Erfahrene beschwerte und zugleich in bestimmter Weise das Verlangen aussprach, vor den Richter gestellt zu werden und die Begründung der über ihn verhängten Strafe kennen zu lernen, da er sich keiner Handlung bewußt sei, welche dieselbe rechtfertigen könnte.

Er händigte das Schreiben dem Commandanten mit der Bitte ein, dasselbe sofort an den Fürsten befördern zu lassen.

An dem nächsten Abend verließ er die Festung in einem geschlossenen Wagen, von einem Officier und einer kleinen Escorte begleitet.

Siebentes Kapitel.

Der Lenz nahte und sandte seine goldenen Lichter in das Arbeitszimmer des Fürsten, in welchem dieser, die Hände auf den Rücken gelegt, erregt auf und ab schritt. Er hielt in den letzteren ein Schreiben. Es war die über die Prinzessin gefällte Sentenz, welche er soeben aus dem Staatsrath erhalten und gelesen hatte. Ein paar reizende Windspiele trippelten neben ihm her und hoben ab und zu die Köpfe zu ihm auf, um seine Aufmerksamkeit zu erregen und ihn zu den gewöhnten Liebkosungen zu bewegen, ohne daß ihnen dies jedoch gelang.

Der Fürst schien von seinen Gedanken ganz beansprucht zu sein und die Thiere kaum zu bemerken, oder auch keine Neigung zu fühlen, seine Lieblinge zu hätscheln, wie er dies sonst wol zu thun pflegte.

Der Diener meldete Chevalier Boisière.