»Das werde ich, Mühlfels, und bin gewiß, nicht zum zweiten Mal mit einer Zierpuppe voll Moral verbunden zu werden. Und dies ist um so mehr nothwendig, da ich Mariane aufzugeben keine Lust fühle. Das Mädchen muß sich prächtig entwickelt haben, und ihre Briefe zeigen mir überdies, daß sie Geist und Verstand besitzt und beide vortrefflich ausgebildet hat. O, ich sehne mich nach ihr; denn trotz ihrer Entfernung ist sie mir gleich lieb geblieben, ja ich möchte behaupten, daß sie allein für alle Zeiten mein Herz befriedigen wird. Lachen Sie nicht, Mühlfels! Ich sage Ihnen, es ist so, und Sie werden es erleben!«
»Hoheit täuschen sich in der Voraussetzung, ich zweifelte daran, und ich versichere Sie, Ihre Zuneigung durchaus gerechtfertigt zu finden. Das Fräulein ist zu reich mit allen weiblichen Vorzügen ausgestattet, um nicht dauernd fesseln zu können, selbst Sie, mein Prinz, dessen Ansprüche nicht eben klein sind!«
»Das Schlimmste bei der Sache ist, wie ich sie wieder in meine Nähe bringen kann,« bemerkte der Prinz.
»Nicht so schlimm, als Sie vermuthen, mein Prinz,« wandte Mühlfels ein.
»Können Sie mir in dieser Beziehung etwa einen annehmbaren Vorschlag machen?«
»Was meinen Hoheit zu einer Vermählung des Fräuleins?«
»Eine Vermählung?!« fiel der Prinz, durch den nicht erwarteten Vorschlag überrascht, ein und fügte hinzu: »Die Sache gefällt mir nicht besonders. Der Gemahl könnte stören.«
»Man beugt dem vor, indem man ihn fortsendet.«
»Das ginge; doch es ist zu bedenken, ob sich Mariane dazu versteht. Ich zweifle daran; denn sie will Gräfin werden, und ein Graf dürfte kaum die Rolle des Strohmannes übernehmen, und mit einem Geringeren würde sie sich wahrscheinlich nicht begnügen.«
»Die Ehe kann nach Belieben getrennt und somit des Fräuleins Wunsch erfüllt werden.«