Stumm drückten sich die Freundinnen die Hände.

»Die Besorgniß ergreift mich, ob man mir Deine Begleitung auch gestatten wird,« bemerkte Sidonie nach kurzer Pause.

»Warum sollte man das nicht, da mein Aufenthalt bei Dir unmöglich ihre Interessen gefährden kann?«

»Möchte es so sein! Doch überzeugen wir uns, ob in dem Urtheilsspruch irgend etwas darüber bestimmt ist,« entgegnete Sidonie.

Aurelie ergriff in Folge dessen das Schreiben und trug es laut vor; doch enthielt dasselbe in der angegebenen Bezeichnung nichts.

»Gott sei Dank, so ist meine Besorgniß unbegründet gewesen,« sprach Sidonie, welche dem Vortrage mit ängstlicher Spannung zugehört hatte, indem sie froh aufathmete.

»Hier ist noch eine Bemerkung von des Fürsten Hand, die der Sentenz später beigefügt zu sein scheint,« bemerkte Aurelie, das Auge darauf gerichtet.

»Wahrscheinlich noch irgend eine Bestimmung über mich,« entgegnete Sidonie und fragte alsdann: »Wie lautet sie?«

Aurelie hatte kaum mit raschem Blick des Fürsten Worte überflogen und deren Sinn erfaßt, als sie erbleichend und bestürzt einen leisen Schrei ausstieß.

»Was erschreckt Dich?!« fragte Sidonie.