Herr Ungermann besuchte die Ausstellung fleißig, aber immer nur das Gewerbliche; das Vergnügliche verurtheilte er stark. Sie, die Frau, hatte weder Sinn für das Eine noch das Andere. Es ist ihr zu weitläufig draußen und zu mühsam.
Endlich und endlich kam sie jedoch mit ihren Anliegenheiten heraus, wozu sie mich ausersehen hatte.
Ich ließ sie sich ruhig aussalmen, und als sie mich fragend anblickte, sagte ich: »Meine verehrte Frau Stadträthin, das geht nicht. Eine Schneiderin ins Haus nehmen, ist schon längst nicht mehr an der Tagesordnung.«
»Aber man kann selber mithelfen, und es kommt wesentlich billiger.«
»Es fehlt mir an Platz.«
»Das große Eßzimmer ist doch da.«
»Im Berliner Zimmer wird table d'hôte gehalten, wie Sie selbst wissen.«
»Es ist ja bald wieder aufgeräumt.«
»Dazu hat das Mädchen keine Zeit. Nein, wollen Sie sich ausstaffiren, sehen Sie sich in der Ausstellung die über alle Begriffe schöne Gruppe >Bekleidungs-Industrie< an, wo Sie die herrlichsten Sachen finden, vom einfachsten Hauskleide bis zur Galarobe im Preise von achtzehntausend Mark.«
»Ich möchte nicht in Toiletten erscheinen, die Parade gestanden haben und aller Welt bekannt sind. Außerdem habe ich meinen eigenen Geschmack.«