»Tante Lina, um Gotteswillen, was ist Ihnen?«
»Er war es,« flüsterte sie. »Er.«
»Wer denn, Tante Lina?«
»Johannes. Johannes Viedt. Es war wohl seine Frau, die neben ihm? — Es war seine Frau.«
»Sie müssen sich geirrt haben, wo soll denn der herkommen?«
»Er ist es. Ich las seinen Namen unter den Besuchern des Tempels, die sich einschreiben, ganz deutlich: Johannes Viedt aus St. Louis. Ich hab' in allen Zeitungen die Fremdenlisten nachgesehen, sein Hotel herauszubringen, ich fand ihn nicht. Da habe ich auf dieser Bank gewartet, jeden Tag. Ich wußte, er würde kommen.«
»Und das that er auch.«
»Er sah mich und ich sah ihm in die Augen, wie damals, als er ging. Er hat mich nicht wieder erkannt. Nicht wieder.«
Sie weinte. Stille Thränen, schwere Thränen.