Ob der Mann solche vertrauliche Ausputzer wirklich verdient? Halb Liebe und halb Geld giebt eine gute Ehestandsbowle, wenn ein bischen Schönheit als Zucker nicht fehlt. Aber blos Geld und keine Liebe und nicht eine Spur Süßigkeit, da ist das Fest mit der Hochzeit aus.

Spielt sie Komödie, hat er es von ihr gelernt. Sie giert, in der Gesellschaft zu prunken, er strebt, in der Stadtleitung hervorzuragen. Hätten sie ein Kind gehabt, würden sich ihre Küsse auf dem Engelsmündchen begegnet haben und das kleine Bündel Liebe wäre zum Talisman gegen die bösen Geister des Hauses geworden. Es war aber keins da.

Mein Karl theilt meine Ansichten nicht. »Laß' sie sich haken,« sagte er, »das kommt in den besten Familien vor.«

»Doch nicht bei uns?«

»Dazu gehören zwei. Ich passe.«

»Also ich? Mich mit meiner geradezu unerlaubten Sanftmuth ästimirst Du als Zanktippe? Karl, Du verwilderst, seit Du in der Fabrik schläfst. Aber warte, die alte Ordnung kehrt wieder.«

Er lachte: »Ich sehne mich nach ihr. Alles nimmt ein Ende, blos Ungermann's können das ihre nicht finden.«

»Hat er denn schon bestellt?«

»Noch nicht. Die Waare gefällt ihm, bis auf die Preise. Er versucht abzuhandeln.«

»Das darf er nicht. Die gute Stube muß neu gemacht werden, sagt Dorette, und dazu die Näherei, und mess' mal Deinen Weinkeller nach. Nein, drücken darf er nicht. Das wäre unanständig. Er muß mindestens doppelt so viel nehmen als sonst. Und Du schlägst auf. Verstehst Du?«