»Und das befürworten Sie?« brauste Kliebisch auf. »Wovon soll denn die Landwirthschaft leben, wenn die verwünschten Maschinen die Pferde verdrängen? Gerade am Hafer wird verdient. Hört das auch noch auf — gute Nacht Ackerbau. Weizen kommt mehr als zuviel aus Argentinien und Indien. Ist die Eisenbahn erst fertig, ersäuft uns Sibirien mit Getreide. Und das Heu? Es laufen allerdings Ochsen genug herum, aber die fressen es nicht.«

Was sich nun ausbreitete, war Verlegenheit. — Der Regen klatschte gegen das Fenster. — Die Herren rauchten.

»Ich möchte Rad fahren,« sagte Ottilie.

»Ich halte es für ungeeignet,« nahm ich das Wort. »Ist es eine Dame oder ein Herr, was an einem vorüberstrampelt? Man unterscheidet es kaum. Und manche Radlerin sieht nach der Tour täuschend aus, wie in acht Tagen nicht rasirt. Dagegen zu Pferde gräfinnenhaft und elegant.«

»Prost! Frau Buchholz,« rief Kliebisch und leerte ein volles Glas auf mein Wohl. »Welch ein Staat, die prachtvolle ungarische Radautzstute im Musterstall; das ist ein Damenpferd; schlank, feiner Kopf, elastische Fesseln, vorzüglich gepflegtes schwarzes Haar. Darauf möchte ich Sie sehen, mein Fräulein, und nicht auf der Chausseestaubmühle mit verbogener Figur in Pluderhosen...«

»Wollen wir den Gegenstand nicht lieber fallen lassen?« unterbrach ihn die Ungermann mit verletztem Anstandsgefühl.

»Immerzu fallen lassen. Ein Schauspiel für Götter,« lachte Kliebisch, dem im Eifer der Wein zu Kopf stieg. »Ich riskir' ein Auge daran.«

»Aber Mann!« rief seine Frau ihn zur Ordnung.