Nun war es heraus, und ich sollte Ja und Amen dazu sagen.
»Sie kennen sich gegenseitig noch viel zu wenig,« wandte ich ein. »Sie müssen erst vertrauter werden.«
»Dazu bietet uns das ganze lange Leben Gelegenheit.«
»Und Sie wissen so viel, da kommt Ottilie nicht gegen.«
»Ich will Liebe, nicht Gelehrsamkeit.«
»Sie ist arm.«
»Ich habe mehr als genug. Unsere Fabrik wächst von Jahr zu Jahr, unser Betrieb dehnt sich aus. Was mein Vater begründete, führen wir gemeinschaftlich weiter, ich bin nicht nur sein einziger Sohn, sondern sein geschäftlicher Mitarbeiter. Meine Eltern wollen mein Glück und mein Glück ist Ottilie; meine Lebensfreude, sie mit Allem zu umgeben, was ihr Wünschen begehrt.«
»Wenn die Eltern mit der Wahl einverstanden sind,« sagte mein Karl, »sehe ich nicht ein...«
»Karl!« rief ich, »nicht zu hastig. Hast Du Verständniß von einem Mädchenherzen? Ottilie muß doch erst gefragt werden!«