»Das ist Herrn Braun's Sache. Wenn die jungen Leute einig sind, sehe ich nicht ein...«

»Karl, versetze Du Dich in Ottiliens Lage, ebenso schüchtern und gewissermaßen vom Lande, und Herr Brauns kommt mit der Thür in's Haus gefallen und will Dich heirathen, natürlich schreist Du und läufst weg oder Du giebst in Verwirrung Dein Wort und sitzest hernach da und weinst aus Voreiligkeit, und sie schleifen Dich in die Kirche und ein Jahr darauf liegst Du mit gebrochenem Herzen in weiß Atlas im Sarg.«

»Gott soll mich schützen,« lachte mein Karl und sah mich verwundert an, und fragte mit seinen Blicken: »Alte, was hast Du?«

Herr Brauns lachte nicht. Der war blaß geworden und schwieg ernst, furchtbar ernst. Ihm mochte wohl aufdämmern, daß etwas nicht in Ordnung sei und sein Glück wie Edelweiß an einem Abgrund blühte, und ich sollte der Führer sein und weigerte mich aus Sachgründen.

Er brach auch bald auf. — Wie that er mir leid.

Er reichte uns die Hand beim Abschied, sie zitterte leicht. So mächtig war der Aufruhr in ihm, daß er seiner kaum Herr ward, er, der Eisen und Stahl brach, wenn er wollte.

Ich begleitete ihn hinaus. Meinen Karl winkte ich mit dem Ellbogen und der rechten Fußsohle, zurückzubleiben.

»Gewähren Sie mir drei Tage,« sagte ich. »Ich muß verreisen; wenn ich wiederkomme, dann... dann sind wir... älter.« — »Aber Ottilie geht?«

»Vorläufig nicht; ich sagte nur so.«