»Da sehen Sie, was Sie angerichtet haben,« wandte ich mich an Rudolph. »Sie sind mir der Rechte. Sie versprechen mir, keine Thorheiten zu begehen — ja, das haben Sie — und kaum bin ich aus der Sehatmosphäre, entführen Sie Ottilie.«

»Das war doch keine Thorheit.«

Als er das sagte, lachte er über das ganze Gesicht. Und ich... ich lachte mit. —

Herrn Braun's Eltern waren im Hôtel de Rome abgestiegen, mein Pfuschhôtel konnte ich ihnen nicht gut anbieten; sie sind es vornehm gewohnt, wenn auch nicht ausgeschlossen ist, sie einmal in richtiger Berliner Manier bei uns zu sehen, mit warmem Abendbrot, einfach und gediegen und dafür lieber etwas reichlich. Die Leute sind wirklich nette Leute. Obgleich so reich, mußte ihr Sohn von der Pike auf dienen, arbeiten und schlossern und schmieden und zeichnen und rechnen, als hätte er nichts zu erwarten. Und deshalb hatte er auch die Freiheit nach seinem Herzen zu wählen. Er konnte etwas und stand auf eigenen Füßen.

Und dabei die Ungermann, des älteren Herrn Brauns' Schwester. Familienäpfel fallen doch manchmal sehr weit vom Stamm. Oder aber Ungermann hat sie schädlich angewöhnt. Der ist nach keiner Richtung empfehlenswerth. Denn anstatt von meinem Karl einen größeren Posten zu kaufen, hat er eine Lappalie bestellt und unserem Konkurrenten alle verregnete Waare billig abgenommen und sonst noch viel dazu. So etwas gehört sich nicht. —

Braun's besuchten die Ausstellung nicht des Vergnügens wegen, sondern in wichtigster Absicht. Es galt, dem Sohn ein eigenes Heim einzurichten, und wo konnte das Zubehör besser ergründet und beschafft werden, als da, wo das Beste und Schönste nahe bei einander war?

Das höchste Ziel des heutigen Menschen ist eine eigene Villa. Ottilie hatte es erreicht. Die Pläne waren bereits entworfen, die Ausstattung stand fertig in den Hallen der Ausstellung. Wir brauchten blos aussuchen. Brauns senior bezahlte.

Wie ganz anders doch die einzelnen Gegenstände erscheinen, wenn sie erworben werden sollen und nicht als gewerbliche Anstauungsleistungen ermüden. Und Möbel haben wir gewählt: propper! Die Villa wird kostbar. —