Auch die Hochzeitsreise ist bereits geographisch abgesteckt, mit Madrid als Endpunkt. Nun kommt Ottilie dahin, und kann die spanische Residenz mit ihrer Examensarbeit vergleichen. Rudolph sucht eben jeden ihrer Wünsche zu erfüllen, selbst den weitesten. Wenn sie nur nicht verwöhnt wird. Aber Mama Brauns ist eine kluge Frau. Und Ottilie ordnet sich ihr unter aus freien Stücken. Sie hat ja eine Mutter in ihr wieder.
Als ich mit Ottilie allein war, am ersten Abend nach ihrer Rückkehr sagte ich: »Reich mir mal die Schweden und mach die Ofenthür auf.«
Nachdem sie dies gethan, hielt ich ihr ein Päckchen Papiere hin und fragte: »Kennst Du diese?«
»Meine Briefe!« rief sie verlegen.
»Deine Jugend-Dummheit. Von ihr soll nichts bleiben, als Staub und Asche. Weg und aus!«
Wie der Ofen voller Flammen prasselte, sagte ich: »Schade, daß wir Deine Wissenschaften nicht mit eins verbrennen können, oder ergiebst Du Dich ihnen auch noch ferner?«
»Nein, nein!« erwiderte sie rasch.
»Du hast noch manches nachzuholen, wobei Dir die Wissenschaft im Wege ist. Du mußt Hausstand studiren und Nahrungsmittel lernen und Dienstmädchen regieren und...«
»Meinen Rudolph glücklich machen.«
»Kind, das ist das einfachste von der Welt: Liebe ihn mehr als Dich.«