Sie faltete unwillkürlich die Hände und senkte schweigend das Haupt. Ich küßte sie.
Wenn ein Engel durch das Gemach flog, weiß ich wohin er ging mit dem stillen Gebet um Liebe. —
Die Verlobungsfeier fand in dem runden Thurmgemach im Hauptrestaurant statt. Auf der Ausstellung hatten die jungen Leute sich gefunden, dort wollte Rudolph uns alle an seinem Bräutigamsglück theilnehmen lassen. Wir kamen auch sämmtlich — Sanitätsraths hatten eigens nur dürftig zu Mittag gegessen — und Butsch und Frau hatte er gebeten, war sie doch sein Compagnon. Daß heißt Antheil wollte er nicht, das war Scherz gewesen, dagegen die Barometer-Idee der Butschen hatte er beim Patentamt gehißt. Zweitausend und hundertundfünfzig Mark hatte sie nach Abzug der Musterschutz-Auslagen bekommen und für später waren Procente in Aussicht.
Sie, die Butschen, strahlte, als ich ihr zu dem Erfolge gratulirte. »Wer hätte das für möglich gedacht?« sagte sie, »aber es ist so. Butsch will, daß ich noch ein Mädchen halte und blos noch sitze und erfinde.«
»Haben Sie denn schon wieder etwas?«
»Ach nee und wenn ich noch so blödsinnig nachdenke. Und Butsch thut es auch nicht gut. Der wird schon en ganzer Simulante.«
»Wie so?«
»Na ja, er simulirt in eins weg Barometer. Aber er bringt sie nicht zum Hacken.«
»Daß er nur sein Geschäft nicht darüber versäumt. Am Vorbei-Erfinden ist schon mancher zu Grunde gegangen.«
»Ach nee, da paßt er auf. Seine Weiße ist die Beste überall in der Gegend. Es kommt auch kein Tropfen Wasser mehr mang, als muß. Er will nicht an Ausstellungsfremden verdienen, wie viele thun. Butsch weiß, was er der Ehre Berlins schuldig ist.«