»Wie so? Sie thut ja nichts, als sich mit Familienmuff vermüffeln.«
»Lohengrin und sein Schwan kommen nicht in ihre Gegend, also was bleibt ihr? Und außerdem hat sie Moneten. Und in ihren Briefen schrieb sie, sie wollte Berlin gerne sehen, ehe sie ihr Testament machte. Das ist ein Wink, Karl. Wenn man sie richtig nimmt, vermacht sie ihr Vermögen den Enkeln, die doch studiren müssen.«
»Ich schleiche nich erb,« lehnte er kurz ab. »Die Tante mag sich bei uns wohl fühlen, das wünsche ich, aber ihr Schwägerschaftsgeklöne auszuhalten, habe ich nicht kontraktlich. Und ödet sie mich noch einmal mit Lieferanten aus der Kuh- und Kälberstraße, werde ich auch öde.«
»Wenn Viedt aber doch die besten Bürsten macht?«
»Kommst Du mir auch schon mit dem? Ich verbitte mir Viedt ein für alle Mal.«
»Wer fängt von Viedt an? Du fängst von Viedt an. Und was geht mich Viedt an? Warum fährst Du nicht mit Tante Lina nach Treptow, ihr Welteindrücke beizubringen?«
»Nein, mein Kind. In einem Coupee mit Tante Lina und Viedt und Kompagnie und nicht herauskönnen... ich würde rasend.«
»Du rasest nie, mein Karl. Du bullerst selten genug auf. Ein Mann muß geeignet dazwischen fahren, die Umgebung auf den Trab zu bringen. Dorette wird obstinat, mein Karl, wegen Tante Linas Eigenheiten.«
»Ich meinte, sie wäre anspruchslos.«