»Karl,« nahm ich strenge das Wort, um Herrn Schulz darauf zu stoßen, daß er Rücksicht auf meine weibliche Anwesenheit nähme, »Karl, was geht Dich die Politik an? Du geräthst noch so tief hinein, daß wir von dem schönen Abend nichts mehr haben. Verzeihen Sie, Herr Schulz, unsere Absicht war, uns zu amüsiren.«

»Sollen Sie auch. Kommen Sie man mit. Buchholz macht uns jedesmal Opposition im Bezirksverein, das muß ihm ausgetrieben werden.«

Ich war empört. Aber ein städtischer Beamter...!

Der Pavillon der Stadt Berlin gefiel mir. Außen ansehnlich und inwendig luftig und sinnvoll gemalt, gestattet er dem Steuerzahler einen Einblick in die Mühewaltung der Oberleitung für das Gedeihen und die Entwickelung der Residenz.

»Sind dies Telephondrähte?« fragte ich bei einem Plan, in den Stäbe gestochen waren, von denen feine Fäden nach einzelnen Punkten gingen, kurze und längere.

»Sehen Sie's man gründlicher an,« forderte Herr Schulz auf. »Das sind nämlich die Schulwege, wieweit die Kinder zu laufen haben, bis sie an die für sie bestimmte Bildungskrippe gelangen.«

»Da haben manche eine gehörige Ecke.«

»Irgendwo wohnt man in der großen Stadt immer weit ab,« sagte Herr Schulz. »Aber Sie sehn, wie durch solche Pläne Licht in die Sache dringt und darauf hin, wie es nur geht, Aenderung geschaffen wird. Jedoch wird trotzdem auf die Verwaltung geschumpfen.«

»Fällt mir gar nicht ein,« erwiderte mein Karl. »Ich behaupte ja blos: vom national-ökonomischen Standpunkt ist Abfuhr einbringlicher...«

»Karl, bist Du parlamentarisches Fractionsmitglied, daß Du denselben Ekel immer wieder aufrührst? Also Schluß. — Und was ist dieses?«