Potpurri.
Ueber die Wohlfahrten in die Tiefe von Afrika, und ein Vorschlag, sich durch eine unerhörte Reise berühmt zu machen.
Viele gern nachsinnende Männer haben sich schon oft gewundert, daß unsere Vorältern, statt in den entfernten beiden Indien Niederlassungen anzulegen, nicht lieber das nahe Afrika kolonisirten. Es scheint aber, der alte Respekt, den einst die Mauren einzuflößen wußten, sey noch in zu frischem Andenken gewesen, und wem ist nicht bekannt, daß es nur an einigen Umständen, an den, vielleicht zufälligen, Wendungen von ein Paar Gefechten hing, sonst wäre ganz Europa mit Moscheen bedeckt worden. Jubelt Wissenschaften und Künste, daß der Kelch vorüberging oder vielmehr blieb.
Gleichwohl darf nur erst Gibraltar in gewissen Händen seyn, und wir werden ganz andere Dinge erleben. Noch viel mehr unsre Kinder, denn ihnen muß der große Gang der Weltereignisse doch auch einen Stoff zum Erstaunen aufsparen. Nur einmal Hunderttausend Mann bei Zeuta ans Land gesetzt, und man wird Caffee und Gewürze auf näheren Wegen beziehen. Das Innere des ganzen Welttheils wird auch nicht lange mehr ein Geheimniß bleiben. Die Auswanderungen nach einem neuen Carthago können so frequent werden, wie einst die nach dem reichen Lande, das Columbus entdeckt hatte. Bis dahin ist anzurathen, daß Einzelne sich der Züge nach den Quellen des Nils und zu den Ufern des Niger enthalten. Sie dürften ohnehin gefährlicher wie jemals seyn.
Da übrigens der Einzelne immer den Ruhm ärndten will, der Erste an einem Punkt der Erde gewesen zu seyn, wohin noch kein Europäer drang, so mag hier ein Vorschlag Platz finden, nach welchem der Ruhmlustige an einen Ort gelangen kann, wohin noch kein Sterblicher den Fuß setzte. Wir meinen eine Reise zum Nordpol.
Ob dort Reichthümer zu finden seyn mögten, kann man billig in Zweifel ziehn, ob die Physik dort erhebliche Entdeckungen machen würde, steht dahin, daß aber die Geographie sich einen neuen, dem Anfertiger von Globen und Charten wichtigen Gewinn, zählte, läugnet doch wohl niemand. Welch ein originell astronomischer Genuß daneben, auf dem Achsenpunkte zu stehn, und die Himmelskörper eine vollkommene Runde um sich beschreiben zu lassen. Endlich wird die Weltannale, die Schreibekunst müßte denn verloren gehn, sicher nicht vergessen, immerfort den Geschlechtern zu erzählen: N.N. war der Erste der den Pol besuchte, und die Unsterblichkeit ist die Hauptsache.
Wer weiß ob diese Unsterblichkeit, gegen die sich der Neid gar nicht erheben, oder die er nur mit Ohnmacht bekämpfen würde, nicht ziemlich leicht zu erringen ist, dafern nur richtige Maasregeln getroffen werden.
Aber die furchtbaren Schollen des Eismeeres! fällt Jedermann ein, und beruft sich auf die Seefahrer, welche bei aller Kühnheit des Willens nicht über die Bollwerke vordringen konnten.
Wohl möglich, daß im Sommer an eine solche Unternehmung ganz und gar nicht zu denken seyn wird, aber wohl möglich wieder, daß die Mitte des Winters sich dazu eignet.
Man starre nicht schon in dem Gedanken an den Frost unter dem neunzigsten Grade, ermäßige den Schauer vor der halbjährigen Nacht, und höre erst weiter.
Entweder, von den letzten Wohnplätzen in Nordamerika aus, (oder in Grönland, was damit zusammenhängen mag) geht ein Strich Landes bis zur Erdachse, oder man trifft auf das Meer. Jenes wird im Anfang des Winters mit hohem Schnee überdeckt, dessen Rinde späterhin der starke und regelmäßig fortwährende Frost härtet, dieses friert durchaus, und trägt auch eine Decke von Schnee, die jener ähnlich ist. Auf Land oder Meer zu reisen, wird gleich seyn, außer wo Gebirge die Fläche unterbrechen, deren es aber gegen den Pol zu, wahrscheinlich keine hohe, und mächtige Hindernisse legende, giebt.