Flore. Osmann, du magst ein Renegat sein, doch ein Türk bist du nicht. Schon die Kraft, mit der du den Tod erwartetest, die leichte Freude hernach — so sieht man den Muselmann nicht in dem ernsten Momente. Glaube an Bestimmung kann ihm Muth zu sterben geben, doch nennt er Mahomed zuletzt, kein Mädchen.

Osmann. Sultanin — du bist keine Cirkasserin, keine Türkin —

Flore. Und du wagst —

Osmann. Großmüthig, tapfer könnte eine Türkin sein, doch dieser Edelmuth, diese Tugend konnten nur in einer christlichen Europäerin wohnen.

Flore. Du nanntest den Namen eines Mädchens — fast mögt ich sagen, einer Spanierin.

Osmann. Nene — Nene! Du bist eine Französin!

Flore. Traf ich es, wackerer — Coutances?

Osmann. Aber heldenmüthige — Flore, woher weißt du, daß ich Coutances bin?

Flore taumelte einige Schritte vor Befremdung zurück, dann antwortete sie, die wortarme Negersprache mit der ausdruckreichen französischen wechselnd. Sie nannten Isabelle, ich hatte von ihrem Roman in Cairo gehört, ihre Gewandtheit, ihr schlauer Sinn, ihr Humor trafen mit der Beschreibung zusammen. So errieth ich — und sie, woher ist ihnen bekannt —

Osmann. Ich sah vor kurzem in Cairo einen Commissair der französischen Armee, meine Freude war groß, denn schon auf meiner Reise in Deutschland hatte ich den muntern Ring kennen lernen, und manche Aehnlichkeit in Sinn und Gefühl kettete uns aneinander.