Doch vor kurzer Zeit, fuhr jener fort, kam Imar wieder bei mir an. Frank, sagte er, du bist Kaufmann, und unternehmend. Mit der Sklavin konnt ich dir nicht helfen, doch reich machen will ich dich.

Etwa durch Räuberei? fragt ich höhnend.

Nein, nein, ein Vorschlag, so redlich, daß es ein Sohns des Propheten ausführen könnte. Denke dir, mein alter Vater hat, nachdem die Sklavin ermordet war, auf die er Acht geben sollte, Dienste bei einer Sultanin, weit nach der Sonne zu, gefunden. Die Sultanin ist reich und mächtig. Viele arabische Stämme gehorchen ihr und geben die alte Freiheit auf, denn sie weiß der Herzen Liebe zu gewinnen. Ob sie eine Wechabitin ist, die mit großen Schätzen aus Arabien kam, oder wie manche glauben, eine Gemahlin des reichen Paschas von Bagdad, die ihm entfloh, weiß ich nicht, genug sie herrscht über ein großes Land. Sie baut Städte und pflanzt Gärten; dazu fehlen ihr aber —

Sie können hier einiges übergehn, ich kenne Gigis Absichten, fiel Flore ein.

„Gut. Imar sagte: sein Vater habe von der Sultanin Aufträge erhalten, ein Paar Männer in Egypten ausfindig zu machen, die ihre Absichten unterstützen könnten, und mich und den alten Spanier genannt. Mich, aus alter Dankbarkeit, und den Spanier, weil dieser ausgebreitete Kunde vom Lande besitze. So du nun willst, Frank, endete Imar, mache ich dich reich.“

Das klingt wie eine Fabel, entgegnete ich. Hätte ich Schätze, würde ich gar meinen, man wolle mich damit in die Falle lokken!

Frank, Frank, erinnere dich, was du mir in der Wüste gethan, rief Imar gekränkt.

Ein Weib Herrscherin? Das wäre in diesem Welttheil, wo das andere Geschlecht entwürdigt in, ohne Beispiel.

Und doch ist dem so, versetzte Imar. Wisse aber, daß höher nach der Sonne hin die Weiber mehr gelten.

Ferne Lande, ferne Völker sehn, ist meine Lust, darum kam ich zum Nil, doch wie ließe sich auf dem Wege nach Süden Sicherheit finden.