Im Schlafgewand, weiß wie eine Jasminblüthe, weich wie der innre Kelch einer Aurikel, und beinahe so durchsichtig wie das Ballkleid einer Berlinerin, nahte Fatme. Die süße Verlegenheit auf der gespannten Stirn, auf ihren farbewechselnden Wangen, würde einen Faublas vor Entzücken außer sich gesetzt haben, aber Flore war doch kein Faublas.
Wäre ihr etwas Aehnliches mit dem Bei begegnet, so würde sie sich fest vorgestellt haben, daß Ring in Cairo bei ihrer Abwesenheit unfehlbar strauchle, aber was gab es hier sich vorzustellen?
Fatme ließ sich auf die indischen Teppiche des Sophas nieder, und zog Floren mit sanfter Gewalt zu sich. Die leisen fast unhörbaren Laute ihrer ersten Worte gingen nach und nach in ein vernehmliches Flistern über, und Flore hatte die Frage zu beantworten:
Hast du die Sprache der Blumen nicht verstanden, die ich dir sandte, holder Itschoglan?
Sie erwiederte: Nein edle Frau.
„Also reden die Blumen in Europa nicht?“
Ich wage nicht, euch zu deuten, sonst — —
„O deute, deute! Alles ist dir verziehn, wie verwegen du auch deutest.“
Von redenden Blumen las ich in mehr als einem Roman. Der Selam spricht durch die Fügung der —
„Selam, Selam! Du kennst den Namen, dann ist dir mehr bekannt.“