Nach einer halben Stunde war Dame Beatrice wieder da, den Maître décrotteur, und den Virtuosen Martin an der Hand, welche das Vergnügen des Tages theilen, und die Heimgekehrte bewillkommen sollten.

Der Leser kennt diese beiden Ehrenmänner auch nur, wenn er die Geschichte des Herrn von Jalonski seiner Durchsicht würdig gehalten hat. Der eine, Florens Oheim, hatte eine Boutique am Pont neuf, wo für die Reinlichkeit der Schuh und Stiefeln Vorübergehender Sorge getragen wurde, der andere, sein Herzensfreund, ging Abends in den Gassen der Vorstädte umher, einen Ohrenschmaus auf einem Instrumente anzutragen, das auch das erklärteste musikalische Nichttalent in einer Stunde meisterhaft spielen lernen kann weil es nur eine drehende Bewegung fordert.

Ohne Umstände, nach Weise guter kleiner Bürger, fielen sie Floren um den Hals, und die vormalige Sultanin in Afrika, konnte sich nicht einmal der freudigen Ausbrüche erwehren.

Beklommen freundlich fragte sie: Was befehlen die Herren zu trinken? Blanc côte d’or? Hermitage? Vin vieux du Rhin? de Tokai?

Eh, eh! erwiederte der Decrotteur, zu theuer, viel zu theuer! Ein Glas Chablis oder Beaune. Oder eine Flasche Bierre de mars, sagte der Freund.

Flore schämte sich, und ließ Blanc côte d’or bringen, wobei sich die Gäste bedeutend ansahen, und den Wein kennerisch zum Munde führten.

Der Decrotteur begehrte etwas Brot, und eine rohe Zwiebel, sein Freund ein wenig Käse, Dame Beatrice äußerte Appetit auf ein Stück boeuf à la mode. Flore ließ ein Poulet normand au cresson, eine Capitolade aux truffes, einige Bécasses, compots de touts espèces, eine Menge von Cremen und Confituren auftragen. Jene kauten sehr hoch, und der vertrauliche Ton verminderte sich mit jeder neuen Delikatesse, womit Flore auch gar nicht unzufrieden war.

Bald gingen die beiden Männer, auch mit einem etwas steifen Komplimente, davon, denn ihre Geschäfte riefen.

Nun sprach Flore zur Tante: Ich kann es nicht mehr ansehen, Dame Beatrice, daß sie ihr Handwerk fortsetzen.

Jene erwiederte: Himmel! Es nährte mich doch so lange redlich, nichts anders habe ich gelernt.