Die drei Minister fingen auch bald an, gegen einander zu kabaliren. Jeder wollte die vorzüglichste Aufmerksamkeit der Monarchin für sich, jeder erinnerte an das, was er geleistet hatte, mit dem erheblichsten Anspruch.

Alonzo, der trotz seiner düstern Stimmung doch den Stolz nicht aufgegeben hatte, gab zu verstehen: Nur Volksgunst erhielt die Sultanin. Und wer hat diese durch erhabene, ja poetische Politik, wieder geweckt, höher entflammt, mächtig erhalten?

Der Darkullaner äußerte unverhohlen: Ohne ihn würde die Parthei in der Provinz nicht so angewachsen, Hunger endlich eine alles zu Boden werfende Empörung aufgereitzt haben, wenn er nicht durch seine Verbindungen es dahin gebracht hätte, daß das Heer zum Entsatz herangenaht sei.

Perotti hingegen spielte oft, als geschähe es aus aufgeklärtem Spott über das Alterthum, auf Eselsohren an, im Grunde aber wollte er immer mahnen: Mein damaliger Einfall rettete im Aufruhr Nenes Leben.

Sie sagte ihnen bisweilen: Ihr Herren, ich verdanke euch alles, aber ihr mir doch auch. Und wieder eben so viel bin ich dem Manne schuldig, der Tata schlug, und der bescheidener als wir Viere sich gar nicht einmal zeigt.

Ende des fünften Buches.

Potpourri.
Basil, Sohn des Boguslav.

Beliebte altrussische Legende.

Boguslav, Fürst von Novogrod, starb im achtzigsten Jahre. Sechzig davon waren unter seiner glücklichen Regierung verstrichen. Sein einziger Sohn, ein Jüngling, kaum dem Knabenalter entflohn, fürchtete nun keine Vaterstrenge mehr. Die Vormundschaft einer zärtlichen Mutter hielt ihn nicht ab, seinem wilden Ungestüm Raum zu geben, und die Stadt erfuhr davon viel Unheil. Bewundernswerth konnte man die Leibeskraft des jungen Prinzen nennen. Tage lang ergötzte er sich in den Straßen mit Jung und Alt bei gymnastischen Spielen. Wehe aber den Theilnehmern. Wen Prinz Basil an der Hand ergriff, der war um die Hand, wessen Kopf er packte, der war um den Kopf.

Den Bewohnern Novogrods mißbehagte der Fürstensohn, mit seiner seltsamen Knabenlust. Die Posadniks (Herren vom Rath) versammelten sich, beriethen. Dann erschienen sie vor des Prinzen Mutter, und redeten also: Amelpha, Timophejewna! Edle Fürstin! Wir flehen um strengere Obhut über dein geliebtes Kind, Basil, Sohn des Boguslav. Untersage ihm die wilde Kurzweil, denn unsere große Stadt ermangelt der Bevölkerung.