Viertes Kapitel.
Was Perotti unter den Gilimeriern sah.

Ich trat nun die Reise ins Innere des Landes der Gilimerier an, und theile gedrängt mit, was ich unter dem sonderbaren Volke sah.

Wie ich meinen Paß empfangen hatte, sagte mir der Ausfertiger: ich würde das weiseste von allen Völkern, nicht nur in Afrika, und auf dem Erdenrund, sondern von allen Wandelsternen sehn. Ich nahm das erst für eine Redensart, nach afrikanischem Zuschnitt, allein die Folge belehrte mich, daß die Gilimerier ihre feste Ueberzeugung mit so triftigen Beweisgründen stützten, daß der Zweifler gern ehrerbietig verstummte.

Da man übrigens von Wandelsternen sprach, und sie bewohnt voraussetzte, hatte ich gleich den Beweis, das Volk müsse gedacht haben, ein Beweis, der sich auch oft genug wiederholte. Die Gilimerier sind Vieldenker, Hoch- Tief- Lang- und Breit-Denker, nur zum Handeln kommen sie über das Denken spärlich.

Ich wollte zuerst die Hauptstadt sehn, und fragte nach ihrem Namen. Man sagte mir: Es ist ein wenig zweifelhaft, die Hauptstadt der Gilimerier zu bestimmen. Nun antwortete ich, es wird doch Jedermann bekannt seyn, wo der Sitz der Regierung, des Landesoberhauptes, der Mittelpunkt der Wissenschaften und Künste, und des Handels ist?

Der Mann, mit dem ich noch immer redete, kratzte den Kopf, und meinte: So eigentlich wäre der Sitz der Regierung in Urkundia, aber so eigentlich auch nicht, übrigens würde sie dort, so viele Jahrhunderte ihre Blüthe geprangt hätte, nicht mehr gehandhabt.

Nun, erwiederte ich, so will ich nach Urkundia, denn Handel, Wissenschaften und Künste werden mich durch ihren Anblick entschädigen.

O, Handel giebt es dort gar nicht, fiel mein Gilimerier ein.

Ich. Sonderbar, ich sollte glauben, die Weisheit deutete aus manchem Grunde darauf, den Mittelpunkt des Handels und der Regierung zu vereinen, aber —

Der Gilimerier. Wissenschaften findet ihr in Urkundia gar nicht. Da müßt ihr nach Plapria, oder besser, nach Klinklingia, Künste sucht in Lekria, Plapria, allenfalls in Zigzig und andern Orten.