Athania. Und Ini ward mir von einer Afrikanerin übergeben, die ich nur verschleiert sah, die aber auf einen hohen Stand schließen ließ, und bis dahin die Tochter in einem Fündlinghause hatte erziehen lassen. Daß sie sich Inis Ehe zu bestimmen vorbehalten bat, läßt sich um so eher erwarten, als ich bald mit dem Mädchen nach Afrika beschieden bin. Gleichwohl dürften wir mit all’ unserer Sorge nicht so viel an den Pflegbefohlnen erziehen wie die Liebe.
Gelino. Darin stimme ich vollkommen ein.
Athania. Gestatten wir den jungen Leuten sich zu lieben, den Frühling ihrer Jahre entzückt zu genießen. Doch werde ihnen auch gleich verkündet, wie Besitz nimmer das Ziel dieser Liebe sein könne, wie sie sich an den Freuden des Augenblicks und an wechselseitiger Erziehung zu genügen hat.
Gelino wandte noch manches ein, gab aber endlich nach, wobei denn noch beschlossen ward, die jungen Personen sollten sich immer in einiger Entfernung bewacht finden.
Athania sprach mit Ini, welche erröthete.
Bald sammelte sich aber das Mädchen und entgegnete, wie sie sich eine solche Ankündigung gar wohl gefallen lassen könne, da zwischen Guido und ihr eigentlich ja nur das bildnerische Problem gelöset werden sollte, die höchst mögliche Schönheit zu erringen.
Athania war nicht wenig befremdet, als ihr dies näher erklärt wurde, hoffte, daß dem feinen Sinn der so etwas zu erfinden vermöge, auch die Selbstherrschaft nicht abgehen werde, wenn die Trennung geboten sei.
Gelino fand höhere Bestürzung an dem Jüngling, da sich dieser so unerwartet entdeckt sah. Doch faßte er sich auch und erklärte: könne er Ini nimmer besitzen, solle doch das Geschäft, sich ihrer würdig zu machen, sein Glück heißen. Dies lobte sein Führer mit Wärme.
Die Liebenden eilten einander mitzutheilen, was Jedes von ihnen eben gehört hatte. Guido war in trüben Kummer versenkt. Ini zeigte eben nicht ihren gewohnten heitern Muth, doch sagte sie mit Festigkeit: Ich verhieß dir, wenn du mein Ideal erreicht haben würdest, dir mit Gegenliebe zu lohnen. Bis dahin erwarte nichts, dann alles, was das Schicksal auch einreden mag.
Bald darauf kam ein Eilbote durch die Luft aus Afrika geflogen, und meldete, wie Inis Mutter ihre Tochter zu sehen begehre. Er brachte zugleich ein bequemes Fahrzeug mit, das die Reisenden nach jener Küste tragen sollte.