„Der Krieg begann. Die Flotte aus Brittannien nahm das Heer ein. Auf der mittelländischen See traf sie jene gefürchtete aus Neu-Karthago. Eine neue Erfindung, welche der Ruhm dir zuschrieb, machte, daß der Sieg sich zu uns neigte. Das Heer konnte in Afrika ans Land steigen. Doch hier wandte sich das Glück. Die Unsrigen, mit großer Uebermacht im Kampfe, verloren eine Hauptschlacht. Der Feldherr, dem man einige Schuld gab, sank. Nachdem der Tapferen eine große Zahl gefallen war, mußten sie zurück auf die Schiffe. Diese, nicht mehr gehörig bemannt, wurden verfolgt, liefen zu Neapel ein, während die Feinde Sizilien besetzten, wo die rohen Negerhorden der Afrikaner wilde Verheerungen begannen. Noch gelang es nicht, die Insel ihnen wieder zu entreißen.“
Sizilien! o mein Sizilien! Ini, wo magst du weilen? Wie trüben diese Nachrichten meine Wonne!
„Ein neues Heer steht jedoch in Italien. Eile, den Feldherrnstab zu nehmen!“
Fort, fort! schrie Guido, keine Minute länger. Noch einen bethränten Blick warf er auf des Lehrers Grab, unter dem Lavahügel.
Die Karavane brach sogleich zum Rückwege auf. Was ihn nur beschleunigen konnte, wandte man an, und nach zwei Wochen befand sich Guido schon wieder in Philadelphia. Dort stand noch sein Kristallblock. Diesen nahm er mit auf das schwimmende Eiland, zur Reise über den Atlantus gedungen, die sogleich angetreten wurde.
Er mied während dieser Zeit das Zimmer nicht, einen Plan zu dem Feldzuge auszuarbeiten, selbst staunend über die vielen genievollen, kühnen, niegekannten Hülfsmittel, die sich ihm aufdrangen, die hellen, gediegenen Resultate von Wissenschaft, Denken, Lebensansichten, in einen Fokus zusammenstrahlend. Nicht hatte er diesen üppigen Reichthum an Einfall in sich geahnt, und schwelgende Gefühle erfinderischer Wollust rötheten sein Antlitz flammender.
In Lissabon blieb jener Kristall. Guido stieg sogleich mit dem Vertrauten des Kaisers in eine Luftgondel, nach Italien zu fliegen. Auf den
Posten von Alikante, Palma, Cagliari sah er, so viel es nur sein konnte, zu der Anstalten Eil, und traf in so kurzer Zeit, als noch nimmer Reisende, zu Rom ein.
Noch hatte er die Hauptstadt von Europa nicht gesehn, doch würdigte sein Drang sich dem Kaiser zu zeigen, das hergestellte Kolosseum, den mit Gold gedeckten Tempel der Unsterblichkeit, den Bühnen, Termen, keines Blickes. Kaum legte er ein ander Gewand an in der Herberge.
Der Vertraute eilte voran zum Pallast, dem Kaiser sein Glück zu melden. Dieser breitete die Hände dankend gen Himmel aus, schloß Guido, der gleich folgte, bebend in seine Arme, und führte ihn stumm ins Strategion, das grade eine Versammlung hielt.